Wir, das CHAMÄLEON: Ein Interview mit unserem gastronomischen Leiter Alexander Voss

Hinter den Kulissen

Ein Abend im CHAMÄLEON – das ist nicht nur Neuer Zirkus auf der Bühne, sondern auch Gastlichkeit, Atmosphäre und Geselligkeit. In unserem Haus lebt die schöne Tradition des klassischen Varietés fort, Theater mit Kulinarik zu verbinden, vom Glas Wein oder einem Cocktail über kleinere Delikatessen bis hin zu unseren zweigängigen Theatervariationen.

Hinter unserem viel gelobten Gastronomie- und Einlassteam steht unser gastronomischer Leiter Alexander Voss, seit 2013 im CHAMÄLEON, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Pascal Lorenz normalerweise sechs Tage die Woche für einen reibungslosen Abendablauf verantwortlich ist. Normalerweise. Denn wie unsere Bühne befindet sich natürlich auch unser gastronomischer Betrieb derzeit im Schlummerzustand.  

Zeit, heute einmal mit Alexander Voss über die schönen und die herausfordernden Aspekte seines Jobs zu reden und wie es so ist, mit und „um den Zirkus herum“ zu arbeiten!

  

Gastronomie und Bühnengeschehen sind im CHAMÄLEON eng miteinander verwoben und bestimmen die Abläufe Deiner Abteilung. Was sind die besonderen Herausforderungen, einen gastronomischen Betrieb zu leiten, der in einen Theaterkontext eingebettet ist? 

Alexander Voss (AV): Oh, da gibt es einige, die sich maßgeblich von der herkömmlichen Gastronomie unterscheiden, so wie ich sie auch erlernt habe. Angefangen damit, dass wir nur ein maximal einstündiges Zeitfenster haben, von Einlass bis Showbeginn, in denen wir vom Empfang bis zum Servieren von Speisen und Getränken alles schaffen sollten. Jeder Abend ist anders, weil die Gäste auch immer andere sind. Hinter mir steht ein tolles Team, was jeden Abend grandiose Arbeit leistet, um genau dies zu schaffen. Das macht es für mich auch so spannend und ganz sicher niemals langweilig.  

  

Gab es in diesem Zusammenhang eine Show, die für Deinen Bereich besonders herausfordernd war?

AV: Da fällt mir gleich ROOTS vom Cirk La Putyka aus Prag im Jahr 2016 ein. Hier war so viel los im Saal durch die Künstler*innen mit u.a. 2 Trapeznummern in der Mitte des Saales. Das war für mich und mein Team schon eine Herausforderung. 

  

Kannst Du uns Deinen normalen Arbeitsalltag vor dem Corona-Shutdown skizzieren? 

AV: Normal ist im Theater gar nichts. Durch den ausschließlichen Abendspielbetrieb verschiebt sich viel und es gibt normale Bürotage ab zehn Uhr, jedoch auch Tage in der Woche, an denen ich auch in Verantwortung der Abendspielleitung und Ansprechpartner für alle Belange von Gästen und Team ab 15 Uhr bis teilweise spät in die Nacht beschäftigt bin. Angefangen von der Vorbereitung des Abends mit meinem Team, über das allabendliche Briefing, Türen für unsere Gäste öffnen, Show und Gästebetreuung bis hin das Theater wieder abzuschließen.

 

 

Bei einer Spielzeit von sechs Monaten und sieben Vorstellungen pro Woche wächst man auch eng mit den Künstler*innen auf der Bühne zusammen. Was überwiegt bei Dir am Ende einer Spielzeit: Die Wehmut des Abschiednehmens oder die Vorfreude auf eine neue Show? 

AV: Ich muss sagen, irgendwie natürlich beides. Vier Wochen vor Ende der aktuellen Spielzeit überwiegt natürlich Wehmut, da man so viel Zeit und Abende mit den Künstler*innen verbracht hat. Ebenso passieren dann natürlich auch schon die Vorbereitungen und Planungen für die kommende neue Show. Das macht ja auch den Reiz aus.

 

Hast Du Dir für die Spielpause etwas Besonderes vorgenommen? 

AV: Ich habe mir schon etwas vorgenommen in dieser immer noch andauernden Zwangspause. Viele kleine Projekte, die schon ewig auf meiner Liste stehen und zu denen ich aus Zeitgründen nie oder selten gekommen bin, u.a. Renovieren und mit dem Boot rausfahren.

 

Was magst Du am meisten an Deinem Job?

AV: Ich mag am meisten die Abwechslung in meinem Job. Es gibt keinen Stillstand. Zwischen Büro und Show gilt es immer auch irgendwo anzupacken und Probleme zu lösen. Die Mischung aus geistiger und körperlicher Tätigkeit ist das Tollste am meinem Job. Dazu die verschiedenen Menschen, mit denen ich täglich zu tun habe und ein tolles Team an meiner Seite.

 
Ach, wie wir den Trubel und die Fröhlichkeit eines Showabends vermissen… und Euch! Liebe Grüße aus dem stillen Theatersaal, der hoffentlich bald wieder mit Leben erfüllt sein wird!
 
  
Fotos: Lucia Gerhardt

 
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