Commissioning

Um Künstler*innen langfristig in ihrem kreativen Schaffen zu unterstützen setzen wir uns für die Etablierung alternativer Kreationsstrukturen ein. Durch die überwiegend kommerzielle Verwertungsstruktur im Neuen Zirkus ist der Produktionsdruck so hoch, dass rein künstlerisch motivierte Projekte oft keinen Raum oder keine Finanzierung finden. Dies führt zu einer deutlichen Schieflage und Unterrepräsentanz deutscher Stücke auf internationalen Festivals und Bühnen. Als privater Kulturbetrieb stehen auch uns nur begrenzte Mittel zur Unterstützung künstlerischer Vorhaben zur Verfügung, daher setzen wir unsere Kompetenzen, Zeit und Raum großzügig ein, um Künstler*innen in ihrem kreativen Schaffen zu unterstützen.

Auf internationaler Ebende sind wir Teil der Arbeitsgruppe „MICC Commissioning Circus“ (zu deutsch: „Zirkus in Auftrag geben“), die als Teil des 2020er MICC Festivals Montréal hervorgegangen ist. Unsere Intendantin Anke Politz hat die Arbeitsgruppe gemeinsam mit Ruth Wikler, Programmdirektorin des La Tohu, Montreal, und Jedediah Wheeler ins Leben gerufen, dem Direktor für Kunst- und Kulturprogrammierung der Montclair State University in New Jersey, USA. Commissioning Circus hat sich mittlerweile zu einem weitläufigen Zusammenschluss verschiedener internationaler Veranstalter*innen und Produzent*innen entwickelt, die gemeinsam neue Kreationen anstoßen. Erstmalig wurden vorab ausgewählte Kreative eingeladen, neue Ideen in Konzepte zu fassen und diese der Gruppe gegen eine Aufwandsentschädigung vorzustellen. Somit wird ein offener Produktionsweg angestoßen, in dem auf internationaler Ebene Kompetenzen und Ressourcen gebündelt werden, um die einzelnen Projekte zu unterstützen. Es ist das erste Netzwerk dieser Art im Bereich des zeitgenössischen Zirkus und die erste Initiative, die bereits die künstlerische Idee vergütet.