Kunst ist Vielfalt. Kunst schafft Vielfalt.

Als Theater in Berlin und Kreativzentrum für den Cirque Nouveau lebt das CHAMÄLEON von Vielfalt und Internationalität: Täglich dürfen wir Gäste aus unterschiedlichsten Kulturkreisen und mit ganz  individuellen Entwürfen zu leben und zu lieben bei uns willkommen heißen. Gleiches gilt für die Künstler und Kreativen, die allabendlich mit ihrem Schaffen das Publikum verzaubern. Menschen mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten bereichern jeden Tag auf Neue unser Team. Das macht uns gleichermaßen stolz wie dankbar.

Der stetige Austausch ergänzt nicht nur die Perspektive auf uns selbst, sondern hilft dabei, Konventionen in Frage zu stellen und frische Ideen auszuprobieren. All dies sind Einflüsse, die auf die eine oder andere Art in unsere erfolgreichen Shows einfließen.

Da wir seit Bestehen des CHAMÄLEONS unseren festen Standort in den Hackeschen Höfen haben, fühlen wir uns nicht zuletzt aufgrund der mahnenden Historie dieses Ortes im Herzen der Spandauer Vorstadt der Toleranz verpflichtet: Jüdische Kultur, aber auch deren Vernichtungsbestrebungen durch den Nationalsozialismus haben im Quartier tiefe Spuren hinterlassen.

Wir vom CHAMÄLEON Theater und der CHAMÄLEON Productions haben uns ganz bewusst dafür entschieden, der Berliner Sektion von Die Vielen beizutreten, einem Ableger des bundesweit aktiven Zusammenschlusses von Kunst- und Kulturinstitutionen und ihrer Interessenverbände. Mit diesem Schritt wollen wir unser klares Bekenntnis zur künstlerischen Freiheit wie auch einer offenen, toleranten und demokratisch verfassten Gesellschaft unterstreichen, die das Potential der Vielfalt zu schätzen weiß und niemanden ausgrenzt.

Unsere Solidarität gilt all jenen, die sich der Freiheit der Kunst und der Freiheit des Denkens verpflichtet fühlen. Denn ohne deren erhellende, kritische Diskurse wäre unser gesellschaftliches Miteinander erheblich ärmer. Jeglichen propagandistischen oder verunglimpfenden Anfeindungen gegen Berliner Bühnen, Museen und andere Kulturproduzenten und -vermittler stellen wir uns daher entschieden entgegen.

Weltoffenheit, soziale Verantwortung und Respekt sehen wir als elementare Werte unseres Hauses und unserer Arbeit. Das CHAMÄLEON kooperiert daher mit mehreren sozialen Trägern: So beispielsweise mit dem Circus Sonnenstich, einem inklusiven Zirkusprojekt für Menschen mit Down-Syndrom  und anderen Lernschwierigkeiten  oder der interkulturellen Begegnungshilfe Hi Mate. Für uns ist es ein Geschenk, in einem demokratischen Land und in einer so multikulturellen Stadt wie Berlin leben und arbeiten zu dürfen, und wir sind stolz, diese Freiheit jeden Tag ein kleines bisschen mitgestalten zu dürfen.

Im Folgenden ist die auch von uns unterschriebene Berliner Erklärung Die Vielen in vollem Wortlaut noch einmal nachzulesen.

Berliner Erklärung der Vielen

Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt

Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Künstler*innen.

Heute begreifen wir die Kunst und ihre Einrichtungen, die Museen, Theater, Ateliers, Clubs und urbanen Orte als offene Räume, die vielen gehören.

Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteure dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der vielen feindselig gegenüber. Rechte Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Künstler*innen, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

  • Wir als Unterzeichnende der Berliner Theater, Kunst- und Kultureinrichtungen und ihrer Interessenverbände begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:
  • Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Alle Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch eine rechtsextreme Politik immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

 

 
Keine Gewähr auf Vollständigkeit.