Hackesche Höfe

Im Zentrum Berlins, zwischen der Friedrichstraße und dem Alexanderplatz, liegen die Hackeschen Höfe. Benannt nach dem preußischen General und Berliner Stadtkommandanten Hans Christoph Friedrich von Hacke, sind die acht Höfe das größte geschlossene Hofareal in ganz Deutschland. Neben zahlreichen Geschäften, Restaurants und Manufakturen ist auch das Chamäleon Berlin in den historischen Höfen zuhause. Der heutige Theatersaal war nach seiner Einweihung 1906 erst ein Ort, an dem Bewohner:innen der Höfe und der Umgebung private Feste feierten und wurde nach dem 2. Weltkrieg u.a. als Lager, für Werkstätten und als Probenraum für das DDR Fernsehballett genutzt. 1991 verwandelte sich der Ballsaal erstmals in ein Theater. Seit 1977 stehen die Hackeschen Höfe unter Denkmalschutz.

 

Die Geschichte der Hackeschen Höfe

Die Historie des Hackeschen Marktes geht bis ins Jahr 1750 zurück. Angelegt wurde der Markt im Auftrag von Friedrich II vom Berliner Stadtkommandanten Graf Hans Christoph Friedrich von Hacke. Das Gebiet rund um den Hackeschen Markt lag Anfang des 18. Jahrhunderts noch außerhalb der Stadtmauern und bildete die Spandauer Vorstadt. In den folgenden Jahren entsteht hier eine Wohngegend mit starken jüdischen Kultureinflüssen. Zentrum des jüdischen Stadtteils ist die 1866 eingeweihte Neue Synagoge und der seit 1672 existierende alte jüdische Friedhof. Durch die steigenden Bevölkerungszahlen und die Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt sich der Hackesche Markt endgültig zu einem Knotenpunkt in der Stadt.

In dieser Zeit werden auch die Hackeschen Höfe von Kurt Berndt entworfen und nach langer Bauzeit eröffnet. Die berühmte Jugendstil-Fassade der Höfe sowie die Neumann’schen Festsäle (das Chamäleon Theater ist im größten der Festsäle zuhause) werden von August Endell gestaltet. Das besondere an dem Hofareal war schon bei der Eröffnung das gemeinschaftliche Koexistieren von Wohnflächen, Büroflächen, Lagerräumen, Geschäften und kulturellen Einrichtungen. Das hat sich bis heute so gehalten.

Den zweiten Weltkrieg überstehen die Höfe weitestgehend unversehrt. Nach einer Sanierung wurden die Hackeschen Höfe 1977 unter Denkmalschutz gestellt, werden jedoch in der Nachkriegszeit stark vernachlässigt. Zwischen 1994 und 1997 werden die Höfe dank vieler Investoren und der Denkmalschutzbehörde aufwendig komplett saniert uns gehören spätestens seitdem wieder zu den großen Sehenswürdigkeiten Berlins.

Unser Theater im Wandel der Zeit

1906 wird der Ballsaal, Teil der Neumannschen Festsäle, eingeweiht. Hier können die Mieter der Hackeschen Höfe private Feste feiern.

Nach dem zweiten Weltkrieg sind viele Gebäude im Umfeld der Hackeschen Höfe teilweise zerstört.

Die Hackeschen Höfe überstehen den zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet.

Die Fassade des ersten Hofs 1982 noch vor der Sanierung

Nach dem zweiten Weltkrieg werden die Höfe unter anderem als Lager, Werkstätten und Probenraum für das DDR-Fernsehballett genutzt.

Der Eingang zum Chamäleon 1994

Die Wende bringt neuen Schwung in den Festsaal: das Varieté Chamäleon wird 1991 eröffnet. Die Fangemeinde wächst rasant und strömt in die Hackeschen Höfe.

Der Saal wird aufwändig renoviert. Eine Hälfte ist für Bauarbeiten abgesperrt, auf der anderen Hälft finden weiter Auffühungen statt.

2004 wird der Saal denkmalgerecht teilsaniert. Technik und der Barbereich werden modernisiert, eine Lüftungsanlage wird eingebaut – bei vollem Spielbetrieb.

Die neue Fassade des Chamäleons im ersten Hof der Hackeschen Höfe

Das neue Chamäleon öffnet seine Pforten 2004. Der Neue Zirkus hält Einzug in die Hackeschen Höfe.

Die renovierten Balkone

Die Instantsetzung der zuvor ungenutzten Balkone und die Erneuerung des historischen Eichenparketts im Jahr 2015 lassen den Saal in neuem Glanz erstrahlen.

Der bestuhlte Theatersaal ohne Gäste.

2016 statten Neumann Berlin und Sennheiser das Theater mit einem 3D-Soundsystem aus, das selbst feinste Nuancen live auf allen Plätzen erlebbar macht.

Die Stirnseite des Theatersaals mit Blick auf die neu renovierten Balkone.

Mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) und durch eine Partnerschaft mit der GASAG AG rüstet das Chamäleon 2018 auf LED-Beleuchtung um. Jährlich reduziert das Theater damit seinen CO2-Ausstoß um 23 Tonnen.

Künstler:innen und Team des Chamäleon stehen auf der Bühne und halten ein Schild mit dem Schriftzug #WirSindMehr in die Kuft. Im Hintergrund ist der volle Theatersaal, das Publikum gibt großen Applaus

2022 wird das Chamäleon gemeinnützig und widmet sich noch intensiver der Förderung des zeitgenössischen Zirkus als Produktionspartner, Residenzort, Netzwerkpartner und Bühne.

Heute die Hackeschen Höfe erleben

Restaurants, Bars & Geschäfte

Insgesamt sind in den Hackeschen Höfen fast 40 verschiedene Restaurants, Feinkostläden, Spielzeuggeschäfte, Manufakturen, Kultureinrichtungen oder auch Mode-Geschäfte vertreten. Neben unserem Partnerrestaurant, dem Hackescher Hof Restaurant, findet sich in den Hackeschen Höfen zum Beispiel mit dem Oxymoron ein weiteres Toprestaurant. Süße Leckereien und duftenden Kaffee gibt es dann bei Canal Berlin, Sawade oder in der Röststätte. Wer jedoch lieber den eigenen Kleiderschrank etwas erweitern möchte, ist sicherlich zum Beispiel bei Auerbach oder Blutgeschwister Berlin, bei Codressing oder Freitag Fashion gut aufgehoben. Für chice Accesoires können Besucher:innen unter anderem bei Askania, Hoffnung Berlin oder Jost fündig werden. Wer abends noch ausgehen möchte, findet bei Yosoy leckere Tapas und bei Eschschloraque das ein oder andere Kaltgetränk.

Außenansicht der Hackeschen Höfe

Events & Attraktionen rund um den Hackeschen Markt

In der unmittelbaren Umgebung des Hackeschen Marktes, finden sich viele Möglichkeiten Neues zu entdecken, dazu zu lernen und einen schönen Tag zu haben. Direkt neben den Hackeschen Höfen befinden sich beispielsweise das Haus Schwarzenberg und das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt. Das Anne Frank Zentrum ist direkt anbei. Übrigens ist auch die berühmte Museumsinsel fußläufig erreichbar. Etwas ausgefallener wird es dann zum Beispiel im Monsterkabinett oder dem Magicum Berlin. Wer nur ein bisschen schlendern, oder die Gedanken baumeln lassen möchte, ist im Monbijoupark und dem James-Simon-Park gut aufgehoben. Beide Parks befinden sich direkt an der Spree mit Blick auf die Museumsinsel.

Hackesche Höfe: Theater und Kino

Das Chamäleon Theater ist natürlich für alle Besucher:innen der Hackeschen Höfe unausweichlich. Direkt im ersten Hof strahlen unverfehlbar die Leuchtbuchstaben des Theaters in den Fenstern inmitten der Jugendstil-Fassade. Hier, im historischen Ballsaal, sind bis zu sieben mal pro Woche innovative Stücke des Neuen Zirkus zu sehen. Auch direkt über dem Theatersaal kann man Kultur genießen: hier ist das Hackesche Höfe Kino zuhause. Mit einem Programm, dessen Filme sich außerhalb des Mainstreams bewegen, bringt das Kino viel Kiezkultur in die Höfe mit ein. Alle Filme werden in der Originalsprache gezeigt, gegebenenfalls mit deutschen oder englischen Untertiteln. Einen Hof weiter befindet sich das Kino Central. Auch in diesem kultigen Kino gegenüber des Anne Frank Zentrums, werden die Filme im Original mit Untertiteln gezeigt.

Ein Besuch des Hackeschen Marktes, inklusive der Hackeschen Höfe, lohnt also immer. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja noch Tickets für die Vorstellung im Chamäleon.