Wir, das CHAMÄLEON: Ein Interview mit unserem Technischen Leiter Andreas Schwalbe

Hinter den Kulissen

Seit dem 13. März befindet sich unser Theater aufgrund der Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus des Berliner Senats im Dornröschenschlaf. Als Haus mit ganzjährigem Spielbetrieb und im Schnitt sieben Vorstellungen pro Woche ist das die längste Zeit seit unserem Bestehen, in der das CHAMÄLEON geschlossen ist.
   
In unserem Blog „besuchen“ wir in den kommenden Wochen ein paar Kollegen, um zu erfahren, wie sie diese ungewöhnliche Situation erleben und welche Erlebnisse aus ihrer Zeit im CHAMÄLEON ihnen bisher besonders in Erinnerung geblieben sind.
  
Los geht es mit unserem Technischen Leiter Andreas Schwalbe, der bereits seit 1992 im früheren Chamäleon Varieté als Techniker angestellt war und damit zu den langjährigsten Mitarbeitern zählt. Ob Wasserspiele auf der Bühne, kurzfristige Änderungen am Showablauf oder der Einbau eines neuen Bühnenbildes bis in die frühen Morgenstunden – Andreas Schwalbe hat in dieser Zeit schon die ein oder andere Herausforderung gemeistert…

 

Kannst Du Dich noch an Deinen ersten Arbeitstag im CHAMÄLEON erinnern? 

Andreas Schwalbe (AS): Ja auf jeden Fall, da kann ich mich sehr gut dran erinnern! Ich habe im CHAMÄLEON als Haustechniker angefangen und eine meiner ersten Aufgaben war es, in der Künstler-Dusche einen Seifenspender oder Handtuchhalter anzubringen. An diesem meinem ersten Arbeitstag musste dann der gesamte Kaltwasser-Strang im Theater abgestellt werden, weil ich es geschafft hatte, direkt in die Wasserleitung zu bohren und das Wasser nur so aus der Wand spritzte. Das werde ich wohl nie vergessen. 

  

Welches Erlebnis aus Deiner Zeit im CHAMÄLEON ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?

AS: Ich glaube, es war die verrückte Zeit, in der wir eine Hauptshow auf einer Mittelbühne mitten im Saal gespielt haben und zur gleichen Zeit immer montags Caveman auf einer Kopfbühne. Wir mussten uns etwas ausdenken, wie es für nur zwei Techniker möglich war, diesen Umbau jede Woche zu bewerkstelligen. Es gab dann die Lösung einer verschiebbaren 5x5 Meter großen Mittelbühne, die zum Teil der Kopfbühne wurde.

  

    

Hast Du ein Andenken aus den letzten Jahren im CHAMÄLEON, das Dir besonders am Herzen liegt?

AS: Ich habe vor kurzem beim Aufräumen noch eine alte TDK Audiokassette mit dem Theatergong gefunden. Es gibt mittlerweile glaube ich gar keine Abspielgeräte mehr dafür. Ich kann mich aber noch sehr gut an diese Kassette erinnern: Ich musste sie jeden Abend mit dem Bleistift an die richtige Stelle am Anfang spulen, um sie dann vor der Show abspielen zu können! Heute kann man sich das wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen, heute läuft das ja alles digital. 

  

Aufgrund der Verordnung des Berliner Senats zur Eindämmung des Corona-Virus hat das CHAMÄLEON seinen Spielbetrieb seit dem 13. März eingestellt. Wie vertreibst Du Dir momentan die Zeit?

AS: Viele Firmen, die technisches Theaterequipment vertreiben, bieten momentan kostenfrei Online Tutorials oder Webinare an. Ich habe jetzt schon an einigen teilgenommen. Es gibt da noch echt viele Dinge im Veranstaltungsbereich zu entdecken. Das ist eine super Sache. Im Büro an einem normalen Arbeitstag würde man gar nicht die Ruhe dafür haben. Da klingelt das Telefon oder ein Kollege oder Künstler hat eine Frage. Da bin ich schnell abgelenkt.  Aber jetzt in dieser Situation macht das echt Sinn.

     

         

Das gesamte CHAMÄLEON-Team freut sich sehr auf die Zeit, wenn unser Theater wieder mit Leben und Begegnungen erfüllt ist und wir Euch zu einem fulminanten Zirkusabend willkommen heißen dürfen.

Bis dahin: Bleibt gesund und frohgemut!

 

Titel: Lucia Gerhardt

Portrait: Mats Bäcker

 

 
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