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Wir, das CHAMÄLEON: Ein Interview mit unserer Auszubildenden Gül Ates

Hinter den Kulissen

Mitten in der Ausbildung – und dann Corona. Viele Auszubildende in den unterschiedlichsten Branchen sehen sich derzeit sowohl in der Schule als auch am Ausbildungsplatz mit erschwerten Lernbedingungen konfrontiert.

Auch das CHAMÄLEON Theater ist seit 2016 Ausbildungsbetrieb mit derzeit drei Auszubildenden im Bereich Veranstaltungskauffrau /-mann. Eine davon ist Gül Ates, die bei uns gerade ihr zweites Ausbildungsjahr durchläuft.

In unserer Reihe „Wir, das CHAMÄLEON" hat uns Gül Ates nicht nur von ihrer Zirkusliebe und ihrem bisherigen Weg im CHAMÄLEON erzählt, sondern einmal mehr mit ihrer positiven Lebenseinstellung und ihrem Engagement begeistert – was für ein Glück, in dieser außergewöhnlichen Zeit so tolle Unterstützung zu haben!

 

Warum hast Du Dich für das CHAMÄLEON als Ausbildungsplatz entschieden?

Gül Ates (GA): Mein Wunsch ist von Anfang an gewesen, meine Ausbildung unbedingt im Theater zu absolvieren, da ich bereits Einblicke in einen Theaterbetrieb bekommen konnte und mir die Organisation dahinter sehr zusprach. Das CHAMÄLEON hatte mich bereits mit der Kombination aus Theater und Zirkus und dem Ausbildungs-Plan, in welchem die Auszubildenden in zeitlich strukturierten Abschnitten die Abteilungen wechseln, überzeugt. Als ich bei meinem Vorstellungsgespräch jedoch auch schon wenige, aber dafür sehr liebenswürdige Gesichter kennenlernen konnte, hatte ich das CHAMÄLEON längst in mein Herz geschlossen.

 

Hattest Du vor Deiner Ausbildung bei uns schon Interesse am Zirkus?

GA: Oh ja, ich habe sogar ein riesen Clowns-Bild vom Flohmarkt in meinem Zimmer hängen, meine Mitbewohner finden ihn allerdings etwas gruselig, muss ich gestehen.

Meine Akrobatik-begeisterten Eltern haben meine Schwester und mich auch früher oft in den Zirkus mitgenommen. Mit ihnen habe ich den Zirkus lieben gelernt, und bin immer wieder am Staunen gewesen (und bin es auch heute noch), wie kreativ und gelenkig Menschen sein können! Ich wurde sogar mit ca. sechs Jahren in einem Turn-Verein angemeldet, diese Karriere scheiterte allerdings schon nach einigen Versuchen an einem Radschlag. Ein Glück für mich, denn jetzt bin ich hier.

 

Hast Du eine Lieblings-Zirkusdisziplin?

GA: Na klar habe ich eine! Und zwar die Vertikaltuchakrobatik, vor allem in Kombination mit Balladen werde ich da beim Zuschauen sehr gefühlsduselig.

 

 

Gibt es im CHAMÄLEON aus Deiner Sicht Ausbildungsinhalte, die im Vergleich zu anderen Ausbildungsstätten für Veranstaltungskaufleute besonders sind?

GA: Definitiv! Ein gutes Bespiel ist die Gastronomie, welcher ein wichtiger Bestandteil in der Veranstaltungsbranche, aber unüblich in der Ausbildung ist. Vom richtigen Teller servieren und Crémant Flaschen öffnen bis hin zum eigenen Balkonabend Planen und Durchführen ist bei mir alles dabei gewesen. Da das CHAMÄLEON als Theater mehr Möglichkeiten hat als manch andere Betriebe, werden auch Ausbildungsinhalte wie die Veranstaltungstechnik vermittelt, was ich sonst in der Schule nur in der Theorie lernen würde.

 

Ein Theater kommt ja mit wenig Schlaf aus – tagsüber läuft der Bürobetrieb für die Administration, Ticketverkauf, Marketing, Pressearbeit und ähnliches, abends übernimmt der Abendspielbetrieb, der oft bis in die Nachtstunden geht. Du hast bereits in beiden „Schichten" gearbeitet. Gefällt Dir eine von beiden besser?

GA: Meinem Schlafrhythmus gefällt ganz klar der Bürobetrieb besser, wohingegen meine Leidenschaft für die Gastfreundschaft und dem direkten Kundenkontakt auch riesig ist. Es sind zwei unterschiedliche Welten; entweder stoßt man zu feierlichen Anlässen mit den Büro-Kolleg*innen bei einem Glas Sekt an, oder eben am späten Abend nach der Arbeit.

 

Hat sich für Dich durch die Aussetzung der Spielzeit viel an Deinem Alltag geändert?

GA: Momentan bin ich in der Abteilung Kommunikation und Marketing und hier haben sich natürlich einige Aufgaben für mich geändert. Die alltäglichen To Do's, welche während der Spielzeit anfallen, bleiben aus. Dafür sind jetzt aber Langzeit-Projekte geplant, für die ansonsten nicht die Zeit geblieben wäre. Das Beisammensein im Büroalltag mit den Kolleg*innen fehlt mir allerdings total, umso mehr freue ich mich, wenn es wieder losgeht!

 

Hast Du das Gefühl, dass Du in dieser besonderen Zeit auch Ausbildungsinhalte vermittelt bekommst, für die im normalen Betrieb vielleicht nicht die Zeit bliebe?

GA: Auf jeden Fall! Wir haben derzeit z.B. die Möglichkeit eine fiktive Veranstaltung zu planen und einen entsprechenden Kosten- und Ablaufplan sowie ein Konzept zu entwickeln, was in dem normalen Spielbetrieb nicht möglich wäre. Die erste Präsentation zum Vermarkten der fiktiven Veranstaltung haben wir bereits hinter uns, jetzt müssen noch Kleinigkeiten korrigiert werden und das Konzept wird dann vor allen Abteilungsleitern vorgestellt. Da ich beim Präsentieren sehr nervös werde, finde ich diese Übung super!

 

In ca. einem Jahr wirst Du Deine Ausbildung beenden. Was hast Du danach vor?

GA: Für mich ist ganz klar: Veranstaltungskauffrau zu sein ist mein Traumjob und den will ich behalten! Im Theater fühle ich mich sehr wohl und habe den Wunsch auch weiterhin im Bereich Kultur zu arbeiten. Falls die Reise mich jedoch spontan in eine künstlerische Richtung verschlagen sollte, wäre ich auch darüber sehr glücklich. Eine Mischung aus Event und Kunst wäre ideal.

 

So herausfordernd die Corona-Krise auch sein mag, sie macht uns einmal mehr bewusst, wie wichtig es ist zusammenzuhalten und positiv zu bleiben!

Wir senden Euch ein Lächeln aus den Hackeschen Höfen und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Euch!

 

 

Portraits: Gül Ates

Titel: Lucia Gerhardt

 
Keine Gewähr auf Vollständigkeit.