Gedanken des Regisseurs zu Kintsugi
Entdecken. Suchen. Feiern.
Eines der Dinge, die mich bei Machine de Cirque (und als Künstler im Allgemeinen) am meisten antreiben, ist der Wunsch, bei jeder Kreation stets neue Bereiche zu erkunden; Redundanz zu vermeiden und mich nicht mit dem Vertrauten zufrieden zu geben. Mit „Kintsugi“ rücken wir den Menschen in seiner ganzen Komplexität definitiv in den Vordergrund. Die Dramaturgie inspiriert den Zirkus und seine Disziplinen, und nicht umgekehrt. Ich wollte den Künstlern auf der Bühne darstellerische Herausforderungen schaffen, zwischen Disziplinen und Chronologie hin und her wechseln, über den Tellerrand hinausschauen und sogar so weit gehen, dass man manchmal ganz vergisst, dass man eine Zirkusvorstellung besucht.
Einfach gesagt: Uns wird eine Geschichte erzählt.
Und der Zirkus verstärkt die Bewegungen und Symbole dieser Geschichte.

Inspiriert von einem geliebten Menschen, der oft in der Lage schien, Stürme in Sonnenschein zu verwandeln, haben wir die stürmischen Seiten menschlicher Natur erkundet, haben nach Licht gesucht, das die Dunkelheit durchbricht, und die Solidarität gefeiert. Immer auf der Suche nach den Lichtblicken, die uns trotz der Hindernisse auf unserem Weg die Energie geben, weiterzumachen. Die Schönheit der Widerstandsfähigkeit.
Manchmal müssen wir uns auf den Zufall verlassen, um zu uns selbst zu finden.
Entdecken. Suchen. Feiern.
Als Zuschauer*in.
Als Künstler*in.
Als Mensch.
Olivier Lépine
Regisseur von Kintsugi